Die Krise kommt, der Kapitalismus geht?
Sommerschule des Bildungsvereins der KPÖ Steiermark von 17. bis 21. August 2009 in St. Radegund/Graz

Die Sommerschule 2009 wird vom
Bildungsverein der KPÖ
Steiermark gemeinsam mit der
Marx-Engels-Stiftung der
DKP, Wuppertal zum Thema "
Die Krise kommt, der Kapitalismus geht?" durchgeführt.
Sie findet vom 17. August bis zum 21. August 2009
im
Kinderlandheim in
St. Radegund/Graz in der Steiermark statt.
Der TeilnehmerInnenbeitrag
beträgt für Übernachtung und Verpflegung 40 Euro (SchülerInnen und StudentInnen 20 Euro).
Anmeldungen und Infos unter:
bildungsverein(at)kpoe-steiermark.at oder unter telefonisch unter
+43 316 22 59 32
Anmeldungen bis Montag, 3. August 2009 möglich.
Die anfänglich als Finanzkrise verharmloste neue Weltwirtschaftskrise bildet den
vorläufigen Höhepunkt einer kapitalistischen Entwicklungsphase, die durch eine Steigerung
der Kapitalprofitabilität, der Intensivierung der Ausbeutung und einer daraus resultierenden
systematischen Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach
oben gekennzeichnet war. Für die Lohnabhängigen hat die aktuelle Krise also schon eine
längere „Vorgeschichte“. Sie kann als Zwischenstation eines forcierten Konfrontationskurses
des Kapitals gegen die Arbeiterklasse in den letzten drei Jahrzehnten begriffen
werden, der sich nun noch einmal zu verstärken scheint. Durch den Krisendruck wird
versucht, die Lohnabhängigen noch weiter in die Defensive zu drängen und ihnen weitere
„Zugeständnisse“ abzupressen.
Fraglich ist dennoch, wie lange es dem Kapital noch möglich sein wird, ohne auf
Widerstand zu stoßen, die elementaren Lebensinteressen großer Bevölkerungsteile in
Frage zu stellen. Die Entwicklungen in den verschiedenen Ländern sind höchst unterschiedlich.
Während in Frankreich der Protest militante Züge angenommen hat, herrscht in
Österreich noch immer politische Friedhofsruhe. Gibt es trotzdem Chancen der
Gegenwehr? Immerhin lehrt die historische Erfahrung, dass Widerstand sich oft nur
phasenverschoben entwickelt. Und Tatsache ist auch, dass die Krise die Lohnabhängigen
einschüchtert, jedoch sich auch beträchtliche Wut aufgestaut hat.
Referenten:
Ekkehard Lieberam:
ist Verfassungs- und
Staatsrechtler. In der DDR lehrte er an der Karl-Marx-Universität
Leipzig und an der Akademie der Wissenschaften in Ostberlin. Heute ist
er Sprecher des Marxistischen Forums der LINKEN in Sachsen. Seine aktuelle Publikation ist die Schrift "
Die dritte Große Depression als Zeitenwende" Er wird zum Thema: "
Die Weltwirtschaftskrise als Zeitfenster für veränderte Klassenmacht" referieren.
Werner Murgg: Studium der Philosophie. Er ist Abgeordneter der KPÖ zum steirischen Landtag und Bezirkssekretär der KPÖ Leoben. Sein Thema wird
die Einschätzung der aktuellen Krise aus Sicht der KPÖ Steiermark sein.
Wolfgang Purtscheller:
Journalist; Thema: "
Krise und neue Rechte - Droht ein neuer Faschismus?"
Werner Seppmann: nach Berufstätigkeit Studium der Philosophie und Soziologie; langjährige Zusammenarbeit mit
Leo Kofler; Mitherausgeber der "
Marxistischen Blätter ". Er wird einerseits zum Thema
"
Risikokapitalismus: Auf dem Weg in die Armutsgesellschaft" und andererseits zum Thema "
Krise und Widerstand" sprechen.
Lucas Zeise: ist seit mehr als zwanzig Jahren
Finanzjournalist. 1999/2000 war Zeise an der Gründung der »FinancialTimes
Deutschland« beteiligt und schreibt dort heute noch eine vierzehntägige
Kolumne
Sein aktuelles Buch zur Finanzkrise "
Ende der Party " ist bereits in der 2. Auflage erschienen. Er spricht zum Thema "
Ursachen und Wege aus der Krise"