Bildungsverein der KPÖ Steiermark
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Ausstellung "Axl Leskoschek" im Landhaus Feuerlöscher

Fahrt zur Ausstellung samt Führung am Samstag, 13. 9. 2008, 14 Uhr

Der Bildungsverein der KPÖ Steiermark organisiert eine gemeinsame Anreise sowie eine Führung durch die Ausstellung Axl Leskoschek im Landhaus Feuerlöscher in Prenning bei Graz.

 

Samstag, 13. September 2008, Treffpunkt 14 Uhr
Volkshaus Graz, Lagergasse 98a, 8020 Graz

 

Da die Plätze beschränkt sind, bitte um rechtzeitige Anmeldung unter bildungsverein(at)kpoe-steiermark.at oder telefonisch unter 0316 22 59 32. Der Transport erfolgt mit einem Kleinbus bzw. eigenen PKW. Der Eintritt in die Ausstellung ist frei, freiwillige Spenden sind  erbeten.






Axl Leskoschek
Maler und Grafiker (1889 – 1976)


Axl Leskoschek war der Sohn eines Feldmarschallleutnants und promovierter Jurist. Die Schrecken des 1. Weltkriegs und der moralische Bankrott der Monarchie bewogen ihn zum Bruch mit Familientradition und geplanter Justizkarriere. Schon während des Krieges hatte er gezeichnet, ab 1919 studierte er Malerei und Grafik. 1923 ist er Gründungsmitglied der Sezession Graz und hat bald erste künstlerische Erfolge, vor allem  mit Buchillustrationen, die seine existenzielle Basis werden sollten.

Als Redakteur beim „Arbeiterwillen“, der Tageszeitung der steirischen Sozialdemokraten, und als Mitglied des  Schutzbundes beteiligte er sich am Arbeiteraufstand im Februar 1934. Enttäuscht von der Sozialdemokratie, schloss er sich der illegalen KPÖ an. Während seiner Haft 1936/37 im Anhaltelager Wöllersdorf malte er eine umfangreiche Folge allegorischer Blätter in expressiv-surrealem Stil, die zu den bedeutenden Manifestationen widerständiger Kunst in Österreich zählen.

1938 flüchtete Axl Leskoschek vor den Nationalsozialisten in die Schweiz. Weil er unter einem Pseudonym seinen publizistischen Kampf gegen den NS-Staat weiterführte, war er von der Abschiebung bedroht und ging 1940 ins Exil nach Brasilien. Hier wurde er mit  sozialkritischen Pochoirs und Buchillustrationen bekannt und leistete als Professor einer Kunstschule einen bis heute unvergessenen Beitrag zur Entwicklung der modernen Grafik in Brasilien.

1948 kehrte er auf Einladung Viktor Matejkas nach Österreich zurück. Eine Professur an der Wiener Akademie, die ihm in Aussicht gestellt worden war, erhielt er nicht. In der Zeit des Kalten Krieges trat er als Kunstkritiker der kommunistischen Tageszeitung, Volksstimme, in Wien für den Realismus ein, das brachte ihn in eine Gegenposition zu den Protagonisten des Aufbruchs der österreichischen Kunst nach dem Krieg. Lange wurde sein Werk offiziell kaum beachtet, erst mit seinem Odysseus- und dem Kain-Zyklus erlangte er durch internationale Ausstellungen in den 60er-Jahren eine gewisse Bekanntheit als Vertreter politisch engagierter Kunst. Trotz seiner Bedeutung als Illustrator und  eines umfangreichen Werkes an Ölbildern und Aquarellen wurde er erst 1971 in der Neuen Galerie in Graz und 1974 in der Albertina ausgestellt.

Heute gilt er als einer der Hauptvertreter der steirischen Kunst der Zwischenkriegszeit.



Links:
Über die gemeinsame Tätigkeit im Widerstand von Axl Leskoschek und Herbert Eichholzer

Biographie und virtuelle Ausstellung