Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken &handeln! Willst du auch an der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien
Bildungsverein der KPÖ Steiermark
Bildungsverein > Archiv > 2009

Ausstellung Josef Schützenhöfer: Früchte des Zorns

13. November 09, 19 Uhr: Eröffnung der Ausstellung mit Werken von Josef Schützenhöfer

Zur Eröffnung der Austtellung sprechen Ernest Kaltenegger und Günter Eisenhut. Die Ausstellung ist vom 16.11. bis 18.12. und vom 4.1. bis 15.1. zu sehen. Jeweils Montag bis Freitag (10 bis 15 Uhr) und Donnerstag (10 bis 19 Uhr). 


Freitag, 13. November 2009, 19 Uhr

KPÖ-Bildungszentrum, Lagergasse 98a, 8020 Graz

Freier Eintritt !

 

Früchte des Zorns

js_portrait.jpg
Zwischenwelt

Josef Schützenhöfer, 1954 in Vorau geboren, lebte von seinem 18. bis 42. Lebensjahr in den USA. Dort verbrachte er Jahre, die ihn geprägt haben. Dort studierte er Kunst, und dort entwickelte er in seinen Bildern den Groll gegen die Verbrechen der Herrschenden. 1997 kehrte er nach Pöllau und damit nach Österreich zurück. Hier wird er nie ganz ankommen, denn hier macht ihn die chronische Verlottertheit der politischen Kultur zornig. Hier stellt sich die Frage: Hat dieses Land es verdient durch die Alliierten – mit solch schweren Opfern – befreit zu werden?

Potentaten

Kriegs- und Konzernherren, den Papst und konservative Gottesvertreter, postfaschistische Populisten, lokale Potentaten, Verschandelungsaktivisten, patzige Uniformträger und verstockte Kriegsverehrer übergießt er mit seinem grimmigen Spott, bannt sie in ihrer Lächerlichkeit auf
Leinen und Papier. SIE sind ihm die Verantwortlichen für das Elend der Welt. ER kämpft für soziale Gerechtigkeit und gegen die Verlogenheit. So lange „der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“ steht er auf ihrer Seite.

Solidarität

Seine Bilder geben den Menschen ihre Würde zurück. Beinahe zärtlich sind seine Darstellungen arbeitslos gewordener Helden und Heldinnen der Arbeit, herumgestoßener AsylwerberInnen, mutiger KämpferInnen für die Befreiung, und zu Tode geschundener Maschinen. Sein Zorn wird
von einem ewigen Traum getragen, der konkreten Utopie einer sozialen, gerechten und humanen Gesellschaft. Dafür scheut er nicht vor dem Mittel der Propaganda zurück. Er malte im Stile eines aktualisierten sozialistischen Realismus ohne Typisierungen, denn alle müssen ihn verstehen
können. Er lässt sich durch die schlechten Erfahrungen früherer Generationen an KünstlerInnen, die von der Politik missbraucht wurden, nicht von seinem Weg abbringen. Er ist nicht bereit auch nur einen Zentimeter nachzugeben: Es gelang ihm sogar in der Grazer ÖVP-Zentrale das Denkmal eines amerikanischen Befreiers dauerhaft zu platzieren.

Politik der Natur

Zuletzt entstanden Landschaftsbilder und Skizzen in seinem, durch minutiöse Genauigkeit und perfekte Technik faszinierenden, realistischen Personalstil. „This is my land“ heißt die Serie, nach dem berühmten Lied von Woody Guthrie. Er sucht dafür letzte, noch nicht vermarktete Reste der
istrischen Küste oder eignet sich den Ast eines Baumes an. „Jeder Pinselstrich verfällt in die Rolle des Durchgehenden, des Künstlers, der Landnahme betreibt…“ Er erzwingt sich temporär einen öffentlichen Anteil am privaten Besitz, setzt einen Akt der „Politik des Einzelnen“ in die Natur,
macht ihn dauerhaft in seinen Bildern, stellvertretend für uns alle...


Günter Eisenhut

Links

Artikel im Falter: "Eine Staatsmacht kann nicht so agieren" (11/2005)

Biographie auf kultur.at