Für all jene, die es bisher verabsäumt haben ?Das Kapital? von Karl Marx zu lesen, bot dieses Privatissimum einen repräsentativen Querschnitt durch das 2.521 Seiten umfassende Standardwerk der Weltliteratur. Das Selbststudium ersetzt dieser Abend aber keineswegs, denn wie heißt es schon bei Marx: ?Es gibt keine Landstraße für die Wissenschaft, und nur diejenigen haben Aussicht, ihre lichten Höhen zu erreichen, die die Mühe nicht scheuen, ihre steilen Pfade zu erklimmen.?
Kurt Palm besorgte die Auswahl aus dem Marx´schen Hauptwerk und trat als Sprecher auf. Chrono Popp lieferte die musikalische Untermalung.
Kurt Palm über seine Herangehensweise an ?Das Kapital?:
?Für mich ist das Faszinierende an diesem Buch, daß die Analyse, die Marx im 19. Jahrhundert vorgenommen hat, in ihren Kernaussagen immer noch gültig ist. Gerade in den letzten fünfzehn Jahren, also seit dem ?Zusammenbruch? der sozialistischen Länder, hat man so getan, als sei Marx ?ein toter Hund?, der auf den Misthaufen der Geschichte gehöre. Tatsache ist allerdings, daß die allgemeine Krise mittlerweile jene von Marx vorausgesagten Dimensionen angenommen hat. Und hier zeigt sich, daß Marx lebendiger ist, als viele glauben. Marx hat im ?Kapital? die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitalismus beschrieben; und zwar mit der Präzision eines Naturwissenschaftlers. Er schreibt ja auch, daß er diese Gesetze nicht erfunden, sondern entdeckt habe. Auch wenn beim Lesen ein hohes Maß an Abstraktionsvermögen erforderlich ist, hilft einem die Lektüre des ?Kapitals?, gewisse ökonomische und politische Vorgänge unserer Zeit besser zu verstehen.?
! | Kurt Palm (Sprecher) und Chrono Popp (Musik) |
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programm fuer andi indd, 7,4M, 10/30/09 |