Brandherd Nahost. Der lange Weg zum Frieden
5. Oktober 09, 19 Uhr: Vortrag und Diskussion mit der alternativen Nobelpreisträgerin Felicia Langer
Die israelische Rechtsanwältin wurde 1990 mit dem
Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Die Jury würdigte sie als "
Israels bekannteste Rechtsanwältin", die über 20 Jahre lang PalästinenserInnen in Verfahren vor israelischen Militärgerichten verteidigt und unter sehr schwierigen Umständen beispielhaften Mut im Kampf für grundlegende Menschenrechte gezeigt habe.
In ihrem Vortrag wird sie über die Perspektive eines dauerhaften Friedens im Nahen Osten nach dem Gaza-Krieg Anfang des Jahres 2009 und dem innenpolitischen Rechtsruck nach den Knessetwahlen im Februar 2009 sprechen. Anschließend besteht die Möglichkeit zu Anfragen und Diskussionsbeiträgen.
Montag, 5. Oktober 2009, 19 UhrKPÖ Bildungszentrum, Lagergasse 98a, 8020 GrazEintritt frei!
Eine Veranstaltung des Bildungsvereins der KPÖ Steiermark gemeinsam mit dem Solidaritätskomitee für Palästina , Graz
Kurzbiographie Felicia Langer:
Die aus
Polen stammendes Jüdin Felicia Langer, musste vor den Nazis fliehen.
Nach dem Krieg heiratete sie Mieciu Langer, der fünf
Konzentrationslager durchlitten und 1945 mehr tot als lebendig gerettet
worden war. 1949 wanderten sie nach Israel aus. 1959, als ihr Sohn
Michael sechs Jahre alt war, begann Felicia Langer ihr Jusstudium.
1965
wurde sie als Rechtsanwältin zugelassen. Sie sah ihre Aufgabe darin,
die Unterprivilegierten in Israel zu verteidigen. Der Sechs-Tage-Krieg
1967 war der Wendepunkt in ihrem Leben. Sie begann, PalästinenserInnen
vor israelischen Militärgerichten zu vertreten, kämpfte gegen
Enteignungen, Häuserzerstörungen, Deportationen und Folter.
1990 schloss sie
ihre Kanzlei aus Protest, weil das Justizsystem zur Farce geworden war,
und übersiedelte nach Deutschland, wo sie Lehraufträge an den
Universitäten in Bremen und Kassel übernahm. Nach wie vor streitet sie
für die Menschenrechte und einen gerechten Frieden in Nahost, will eine
Brücke zwischen Israelis und PalästinenserInnen bauen. Für ihr
unermüdliches und unerschrockenes Engagement erhielt sie zahlreiche
Preise und Auszeichnungen. U. a. wurde sie 1990 mit dem
Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. 1991 ehrte sie die
Bruno-Kreisky-Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte. 1990 wurde
sie Ehrenbürgerin der Stadt Nazareth. Am 16. Juli 2009
wurde ihr das
Bundesverdienstkreuz von Bundespräsident Horst Köhler überreicht.
Links:Die
persönliche Homepage von Felica Langer
Felicia Langer bei
WikipediaLanger zum
Gaza-Krieg Anfang 2009
Interview mit Frau Langer in der Zeitung "guernica" v. April 2009
Rezension ihres aktuellen Buches "
Um Hoffnung kämpfen "
Kommentar zur
Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Felicia Langer ("junge Welt" v. 20. Juli 2009)