"Ich bin den andren Weg gegangen ..."
14. Mai 08, 19.00 Uhr Neues Volkshaus, Knittelfeld: Gerhard Balluch liest Gedichte und Briefe von Richard Zach

Gerhard Balluch
Wiederholung der Veranstaltung vom Jänner wegen des großen Erfolgs.Der Schauspieler Gerhard Balluch liest aus den Werken des Dichters und Kommunisten Richard Zach.
Einleitende Worte: Gerhard Dienes
14. Mai 2008, Beginn: 19.00 Uhr
Neues Volkshaus, Hans Reselgasse 2, 8720 Knittelfeld
Eintritt frei
Richard Zach, Lehrer, Dichter, Kommunist, wird - noch nicht 24-jährig in Berlin-Brandenburg hingerichtet. In den eineinviertel Jahren seiner Haft in Graz und Berlin-Moabit schreibt der Eingekerkerte im Schatten von Einsamkeit, Hunger und Gefängnisarbeit, Verhören und Mißhandlungen wie in einem Schaffensfieber mehrere hundert Gedichte. Auf vielfältige Weise spricht daraus einer, der so gern lebte, aus der Einzelzelle, vor allem zu jenen Menschen, denen er sich bis zu seinem Tod verbunden fühlte.
Während rund 600 seiner lyrischen Versuche und Skizzen in Berlin - Moabit mit "Schreiberlaubnis" verfaßt werden können und überwiegend "unpolitisch" anmuten, entstehen in Graz und in Berlin-Moabit etwa 200 Gedichte auf insgesamt 80 überlieferten Kassibern: Die Texte werden durch die Wand in die Nebenzelle gemorst oder selbst verstohlen niedergeschrieben; kleine und kleinste Zettel werden in die Bünde von Kleidungsstücken eingenäht, Besuchern per Handschlag weitergegeben oder auf andere Art nach draußen geschmuggelt.
Die Haftzeit Richard Zach vom 31. 10. 1941 bis 27. 1. 1942 bildet den Hintergrund für die Präsentation von Zeugnissen eines in Österreich schwerster Zeit aufrechten Menschen.
Im 1993 im Verlag
Bibliothek der Provinz erschienenen Gedichtband "Die schönen Worte fallen welk und fremd" sind viele vorgetragenen Kassibertexte von Richard Zach enthalten.