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Ivan Ivanji: Geister aus einer kleinen Stadt

Di, 24. Februar 09, 19 Uhr: Lesung mit Ivan Ivanji aus seinem neuen Roman

Ivan Ivanji lässt die Menschen eines kleinen Balkanstädtchens wiederauferstehen, mit ihren Sehnsüchten und Träumen, mit ihren Vorlieben und unterschiedlichen Lebensstilen. Jeder von ihnen hat eine andere Strategie, sich auf die Zukunft einzustellen – doch kaum einer wird den Nationalsozialismus überleben.

 

 

 

Dienstag, 24. Februar 2009, 19 Uhr

KPÖ-Bildungszentrum, Lagergasse 98a, 8020 Graz

 

Ivan Ivanji
Geister aus einer kleinen Stadt

Roman

199 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-85452-633-9
19,90 Euro inkl. MWSt.

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Das berührende Denkmal der Idylle einer Kleinstadt und ihrer Vernichtung

In einer kleinen Stadt im Banat, an einem Wasserlauf, der sich gerne Fluss nennen lässt, wiewohl er nur ein Kanal ist, leben die Menschen Ende der dreißiger Jahre im harmonischen, nahezu idyllischen Miteinander, in einem »melting pot« von Sprachen und Religionen.

Im Haus des Arztes etwa sprechen die Eltern miteinander ungarisch, mit den Kindern deutsch, mit dem Zimmermädchen serbisch und mit den Patienten nach deren jeweiligen Bedürfnissen.

Leicht kommt der serbisch-orthodoxe Pope nicht damit zurecht, dass sich seine älteste Tochter ausgerechnet in den Sohn des jüdischen Apothekers verliebt hat, ebenso wie die jüdischen Bäckersleute und das deutsche Fabrikantenehepaar, deren Kinder, der singende Rechtsanwalt und das blonde Fräulein, zu heiraten beschließen. Doch man einigt sich, und noch nicht einmal die Juden gestehen sich ihre Sorgen darüber ein, dass in Deutschland ein Herr Hitler an die Macht gekommen ist.

Dann kommt der Krieg und nichts bleibt, wie es war.

Ivan Ivanji lässt die Menschen eines kleinen Balkanstädtchens wiederauferstehen, mit ihren Sehnsüchten und Träumen, mit ihren Vorlieben und unterschiedlichen Lebensstilen. Jeder von ihnen hat eine andere Strategie, sich auf die Zukunft einzustellen – doch kaum einer wird den Nationalsozialismus überleben.

Ivanji_Portrait.jpg

Ivan Ivanji wurde am 24. Januar 1929 in Zrenjanin in eine jüdische Ärztefamilie hineingeboren. Verhaftet in Novi Sad, verbrachte er über ein Jahr in den Konzentrationslagern Auschwitz und Buchenwald. Dem nazionalsozialistischen Grauen entronnen, studierte Ivanji Germanistik in Belgrad. Er war Lehrer, Journalist, Verlagslektor, Dramaturg und Direktor mehrerer Belgrader Theater. Von 1974 bis 1978 arbeitete er als Botschaftsrat Jugoslawiens in Bonn, danach bis 1981 im jugoslawischen Außenministerium. Von 1982 bis 1988 war Ivanji Generalsekretär des jugoslawischen Schriftstellerverbandes. Seit 1992 lebt er in Wien und Belgrad. Letztes Jahr war Ivanji bereits in Graz zu Gast, um aus seinem Buch "Titos Dolmetscher" zu lesen.