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Bildungsverein der KPÖ Steiermark
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Kein Kies zum Kurven kratzen - Fotos von der Aufführung

5.11.07, 19 Uhr: Ein Forum-Theaterstück von InterAct im KPÖ-Bildungszentrum.

Nach bislang 18 Aufführungen mit mehr als 850 TeilnehmerInnen kommt  „Kein Kies zum Kurven Kratzen“ wieder zurück nach Graz....

Zum Stück:


Familie Schmölzer führt ein ganz normales Leben. Der Vater Maschinenschlosser, die Mutter Hausfrau und Nebenerwerbsschneiderin. Die Tochter Petra geht noch zur Schule, Julia, die andere Tochter ist erfolgreiche Immobilienmaklerin. Doch als Herr Schmölzer aufgrund eines Bandscheibenvorfalles seinen Job verliert und als Leiharbeiter nur mehr einen Bruchteil seines alten Gehaltes verdient, nimmt das Unglück seinen Lauf...
 
Was erleben Menschen, die in finanzielle Notsituationen geraten?
Welche Wege führen heraus?
Was muss sich ändern im System?
 
Alles, was gezeigt wird, basiert auf realen Erfahrungen - die DarstellerInnen wissen, wovon sie reden, sie haben finanzielle Engpässe und Notlagen selbst erlebt.

Beim Aufzeigen bleibt es aber nicht: Gemeinsam wird nach Lösungen gesucht, das Publikum ist eingeladen, sich am Geschehen aktiv zu beteiligen.

Alle eingebrachten Ideen und Vorschläge werden dokumentiert und den politischen VerantwortungsträgerInnen übertragen.
 

Wir laden Sie ein - Machen Sie mit!
Bringen Sie Ihre Ideen und Lösungsvorschläge, neuer Armut entgegenzuwirken, ein!


... bislang hat es 135 (!) Versuche aus dem Publikum gegeben, die dargestellte Situation zu verändern. Mehr als 600 (!) Lösungsideen und politische Vorschläge wurden bislang schriftlich formuliert. Im Winter werden diese den VerantwortungsträgerInnen mit Nachdruck übergeben!

Zum Projekt forum.findet.stadt.07:

„Kein Kies zum Kurven Kratzen - Neuer Armut entgegenwirken“

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InterACT, die Werkstatt für Theater und Soziokultur stellt sich bei ihrem dritten „forum.findet.stadt“-Projekt einem brisanten Thema: Während auf der einen Seite Gewinne der Unternehmen und Vermögen der Spitzenverdiener steigen, leben bis zu 150.000 SteirerInnen an oder unter der Armutsschwelle - darunter vielfach Frauen, Kinder und Jugendliche. Sie alle haben das Gefühl, dass es trotz aller Anstrengungen und Bemühungen oft nicht zum Notwendigsten reicht. 
 
„forum.findet.stadt.07: Neuer Armut entgegenwirken“, begegnet diesem gesellschaftlichen Widerspruch auf ungewöhnliche Weise und will mit Mitteln des „Legislativen Theaters“ dazu beitragen, die Situation von Menschen in finanziell schwierigen Lebenslagen zu verbessern und auf kreativem Weg Ideen und Vorschläge an die Politik zu formulieren. Interaktive Theaterkunst wird mit politischer Beteiligung verbunden, über einen künstlerischen und dialogischen Prozess werden Lösungsansätze – unter Einbeziehung von unmittelbar Betroffenen – entwickelt.
 
Das politisch-partizipative Kunstprojekt realisiert sich auf zwei Strängen:

Zum einen wurden im Mai und Juni mehr als 50 Straßentheateraktionen in Graz und in der gesamten Steiermark auf ungewöhnliche Weise auf das Thema „Neue Armut“ aufmerksam machen.

Zum anderen wird unter Mitwirkung von unmittelbar Betroffenen die Forumtheaterproduktion „Kein Kies zum kurven Kratzen“ entwickelt, die bei mehr als 18 landesweiten und in weiterer Folge bundesweiten Aufführungen alltägliche und emotionalen Auswirkungen von finanziellen Engpässen und prekären Lebenslagen aufzeigen und zur gemeinsamen Lösungssuche einladen wird.

Ganz im Sinne des Forumtheaters kann sich das Publikum am Geschehen auf der Bühne beteiligen - alle eingebrachten Ideen und Vorschläge werden dokumentiert und den politischen VerantwortungsträgerInnen  - mit Nachdruck – übergeben.
 
Theater wird zum kreativen Forum politischer Beteiligung für alle, die neuer Armut in der Steiermark entgegenwirken wollen.

Mitwirkende beim Forumtheater

Künstlerische Gesamtleitung und Regie: Michael Wrentschur
DarstellerInnen: Silvia Gangl - Rainer Hatzl - Franz Hofer - Sandra Nedeljkovic - Gabriele Skledar
Spielleitung/ Moderation: Michael Wrentschur
Ausstattung und Kostüme: Sabine Priglinger
Bühnenbild: Martin Deutscher - Wolfgang Rappel
Maske: Lisl Nußhold
Lichttechnik: Clemens Zabini
Coaching der DarstellerInnen: Marianne Köberl-Wrentschur

Was ist Forumtheater?

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Forumtheater ist eine interaktive Theaterform, die in der Arbeit von InterACT eine großen Stellenwert einnimmt: Es ist eine öffentlich-theatrale Diskussion, in der das Publikum alternative Handlungen und Handlungsweisen zu einer vorgespielten Szenenfolge ausprobieren kann.

Forumtheater hebt die Grenze zwischen SchauspielerInnen und ZuschauerInnen auf, das Publikum verwandelt sich in den Teilnehmer und Verantwortungsträger des dramatischen, theatralen Geschehens. Es ist eine grundlegend Form des demokratischen Dialogs in Handlungen: Jede Frau, jedes Kind, jeder Mann kann zu den gezeigten Szenen Stellung beziehen, kann die Macht des Wortes und/oder der Handlung ergreifen und zeigen, was er sie verändern möchte.

Gezeigt wird eine Szene, die darstellt, wie gesellschaftliche Realität erlebt wird, sie mündet in ein unbefriedigendes und ungelöstes Ende. Das Publikum wird eingeladen, jene Rollen zu ersetzen, die im Verlauf der Szene als ohnmächtig, ratlos oder unterdrückt erscheinen. Beim nochmaligen Spielen der Szene kommen ZuschauerInnen auf die Bühne und können unterschiedlichste Lösungsvorschläge für das Problem, den Konflikt durchagieren. Dadurch werden die Folgen des Handelns sichtbar gemacht - Handeln und Erkenntnis werden in einem solchen "dramatischen Labor" gemeinsam entfaltet und reflektiert.

Forumtheater wird auf diese Weise zu einem kraftvollen, unterhaltsamen und spannenden Medium, dass ein kollektives Brainstorming zu Handlungsideen und neuen Perspektiven aktiviert.
Forumtheater zählt zu den Theaterformen des "Theaters der Unterdrückten" und wurde von Augusto Boal (Brasilien) entwickelt.

 

Was ist Legislatives Theater?

Legislatives Theater ist die Erweiterung von Forumtheater zu einem Instrument der Partizipation, der Demokratisierung und der Stadtentwicklung, mit dem eine neue Form des Dialogs zwischen BürgerInnen und politischen EntscheidungsträgerInnen möglich wird, entwickelt und praktiziert in Rio de Janeiro (1992-1996) von Augusto Boal.

Aus einer aktuellen Problematik heraus werden Stücke und Szenen entwickelt und auf Straßen, Plätzen, in Gasthäusern etc. aufgeführt. Die in den “Einstiegen” des Publikums gebrachten Ideen und Vorschläge für Veränderungen und Verbesserungen werden gesammelt. Sie bilden die Grundlage für die Formulierung von Gesetzesinitiativen und -vorschlägen, die den entsprechenden politischen Gremien vorgelegt und kommuniziert werden, ganz nach dem Motto von Augusto Boal: “Transform Desire into Law”.

Legislatives Theater kann darüber hinaus überall dort zu einem ästhetisch-demokratischen Instrument
werden, wo es um das partizipative Aushandeln von Spielregeln des Miteinander geht, sie es in Schulen, Betrieben, in Siedlungen auf öffentlichen Plätzen u.ä.m.

 

InterACT, die Werkstatt für Theater und Soziokultur

InterACT ist eine professionelle Theater- und Kulturinitiative, die Theater und szenisches Spiel für eine Kultur des Dialogs und des Zusammenlebens, für Empowerment und Partizipation sowie für persönliche und soziale Veränderung nutzbar macht.

Wir realisieren in einem multiprofessionellen Team Workshops, Projekte und Produktionen als künstlerische und soziale Interventionen in vielfältige Felder, Institutionen und Räume, mit denen wir Grenzen zwischen Alltag, Kultur und Kunst überwinden und zur kreativen Auseinandersetzung mit Konflikten, Problemen und Visionen anregen.

Als ästhetische Mittel verwenden wir in erster Linie interaktive Theaterformen wie das Forumtheater nach Augusto Boal. Wir entwickeln je nach Projekt unsere sparten- und methodenübergreifenden Ansätze, die sich an der interdisziplinären Schnittstelle von Kunst, pädagogischer Praxis und Wissenschaft bewegen, weiter.

Die Schwerpunkte in unserer Theaterarbeit und Projekttätigkeit sind:

- Gewaltpräventive Theaterarbeit in Form von Workshops („Gewalt im Alltag“), Projekten und Produktionen („Alles Liebe, Dein Dieter. Ein Forumtheater gegen Gewalt in der Familie“)

-Gruppenspezifische Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen, Frauen, Flüchtlingen, erwerbslosen und wohnungslosen Menschen, HaftinsassInnen, Menschen mit Beeinträchtigungen...)

- Öffentlicher Raum und Beteiligung: permanent breakfast -Frühstücken im öffentlichen Raum (1997 - 2004); forum.findet.stadt

- Forumtheater als Werkzeug von BürgerInnenbeteiligung/ Legislatives Theater

-Interaktives Theater für Unternehmen und Organisationen (Workshops, Projekte u.a. Zeiss IMT Austria, Firma Saubermacher, MAGNA u.a.)

 

Mehr Informationen unter: www.interact-online.org

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Fotos von der Aufführung im KPÖ-Bildungszentrum