Das kleine elektronische Weltorchester (ewo2) ist ein musikalisch-politisches Projekt, das seit rund 10 Jahren die Bewegungen und künstlerischen Randbereiche unterstützt und mitgestaltet. Bernd Köhler, Hans Reffert und Christiane Schmied gastieren erstmals in Graz und präsentieren ihr mit dem "Preis der deutschen Schallplattenkritik" ausgezeichnetes Album.
KPÖ-Bildungszentrum, Lagergasse 98a, 8020 Graz
Eintritt: 10 Euro
Karten unter 0316/225931
Das Straßenfest in der abrissbedrohten Werkssiedlung, der LKW vor dem krisengeschüttelten Metallbetrieb, Auge in Auge mit dem Naziaufmarsch am Ufer des Bodensees, das Meeting bei der attac-Sommerakademie. Die Auftrittsorte sind so ungewöhnlich wie die Combo selbst. Keyboard, elektronische Maschinen, Verstärker, Gitarren, Stimmen. Wenig Aufwand und schon gar keine Show, doch ein Programm, das ungemein Laune und Sinn macht. Mitreißend, einfühlsam und immer für Überraschungen gut.
Das kleine elektronische Weltorchester (ewo2) ist ein musikalisch-politisches Projekt, das seit rund 10 Jahren die Bewegungen und künstlerischen Randbereiche dieser Republik unterstützt und mitgestaltet.
Koordinator und nicht nur sprachenergetischer Mittelpunkt ist Bernd Köhler, der in den siebziger Jahren unter seinem Spitznamen „Schlauch” manches Folk-Festival an den Rande des Wahnsinns trieb, wenn er sich auf der Bühne abarbeitete. „Nicht mit Steinen und Sturmmaske – seine Waffe war schärfer: Seine Gitarre und seine erbarmungslosen Texte waren bei Freunden beliebt und bei seinen Gegnern gefürchtet”, schreibt der antifa-onlineshop in einem Kommentar. Daneben Hans Reffert, Gitarre spielendes Urgestein, immer auf der Suche nach dem finalen Riff, der den Rock'n Roll lebt, hämmert, heraushaut oder die klagende Lapsteel in den Äther schickt und Christiane Schmied, von Beruf Cutterin/Filmemacherin, die Elektronikspezialistin der Truppe. Schraubt, bastelt, kreiert schräge Loops und Sounds oder spielt eine wundersam schön-elektronische Gitarre. Und immer wieder mal ist auch Laurent Leroi mit von der Partie, der Ausnahme-Akkordeonist aus dem Elsass mit den intergalaktisch fliegenden Fingern über dem Manual. Das ergibt eine Wucht, Eindringlichkeit und Tiefe, die es so in diesem Lande nicht noch einmal gibt.