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Bildungsverein der KPÖ Steiermark
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Lexikon der Sabotage - mp3

22. Jänner 09, 19 Uhr: Buchvorstellung mit Peter A. Krobath über Betrug, Verweigerung, Racheakte und Schabernack am Arbeitsplatz

Peter A. Krobath und Bernhard Halmer haben sich in den letzten Jahren umgehört und zu Papier gebracht, was eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist. "Das Lexikon der Sabotage" gibt einen spannenden und soziologisch interessanten Einblick in die Befindlichkeit von ArbeitnehmerInnen und freien MitarbeiterInnen: Vom Tankwart zur Ärztin, vom Meinungsforscher zum Schiffskoch, vom Taxifahrer zur Biologin kommen die unterschiedlichsten Berufe zu Wort. 

 

Donnerstag, 22. Jänner 2009, 19 Uhr

KPÖ-Bildungszentrum, Lagergasse 98a, 8020 Graz

 Freier Eintritt!

 

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Mitschnitt der Lesung
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mp3, 46,2M, 01/27/09

Peter A. Krobath, Bernhard Halmer: „Lexikon der Sabotage. Betrug, Verweigerung, Racheakte und Schabernack am Arbeitsplatz (Sonderzahl Verlag 2008)

 

»Es gibt unerlaubte Handlungen im (Berufs-)Leben, von denen durchaus geredet wird – aber nur hinter vorgehaltener Hand. Was im privaten Jargon gerne als Notwehr oder Heldentat umschrieben wird, ist juristisch gesehen nichts anderes als Betriebskriminalität. Die Statistiken von Ermittlungsbehörden und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften besagen, dass diese Form der Kriminalität in Österreich und Deutschland in den letzten Jahren gestiegen ist. Im Speziellen nehmen Unterschlagungs- und Diebstahldelikte am Arbeitsplatz deutlich zu, aber auch Produktpiraterie und Industriespionage.

Aus der Sicht der Akteure stellen sich diese Sachverhalte meist entspannter und oft auch amüsant dar. Die Rede ist vom notwendigen Aufbessern des Gehalts in prekären Arbeitsverhältnissen; vom Reiz der unwiderstehlichen Gelegenheit; vom Mitschneiden und Mitnaschen, weil es die anderen und ganz besonders »die da oben« auch tun; von der zwar nicht erlaubten, aber legitimen Eigeninitiative und der sozialen Rebellion; aber auch vom kindischen Unfug, sanften Verweigern, cleveren Austricksen, kreativen Schabernack – nur wenn von der Rache am Chef berichtet wird, kommt mitunter auch ein bitterer und ernsthafter Ton ins Spiel.

Bernhard Halmer und Peter A. Krobath haben sich in den letzten Jahren umgehört und zu Papier gebracht, was eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Naturgemäß konnten sie diese ganz anderen Erzählungen aus der Arbeitswelt nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. Doch ob wahr, geschönt oder eine urban legend – das Lexikon der Sabotage gibt einen spannenden und soziologisch interessanten Einblick in die psycho-soziale Befindlichkeit von Arbeitnehmern und freien Mitarbeitern: Vom Tankwart zur Ärztin, vom Polizisten zur Fitnesstrainerin, vom Meinungsforscher zum Schiffskoch, vom Taxifahrer zur Biologin, vom Journalisten zur Buchhalterin, vom Installateur zur Sexarbeiterin und vom Schlafwagenschaffner zur Flugbegleiterin kommen die unterschiedlichsten Berufe zu Wort.

Peter A. Krobath, freier Autor und Wissenschaftsjournalist, erwarb im 20. Jahrhundert Preise mit Arbeitswelt-Literatur (z. B. Max-von-der-Grün-Preisträger 1998), erregte im 21. Jahrhundert mit Kunstaktionen im Wiener Gemeindebezirk Ottakring Aufsehen: »Wiener Absageservice« (2006 – Arbeitssuchende wurden ermutigt, auf bedenkliche Stellenausschreibungen statt einer Bewerbung eine Absage zu schicken), »Wellness für Loser« (2007), »Colonia Catering« (2008).

Bernhard Halmer, Antiquar und Kunsthändler, Fotograf und Radguide, arbeitet in Wien, Spanien und Südostasien. Handelt mit seltenen Büchern und Kunstwerken, verkauft seine Energie und Geduld, erarbeitet Trainingspläne und coacht Greenhorns über Berge und durch Dschungel. Das alles wird, um es nicht zu vergessen, auch fotografisch festgehalten.

Zur Verlagshomepage.

Pressestimmen zum Buch

»Selten hat ein Buch einen derart kurzweiligen und doch vielschichtigen Einblick in unsere Arbeitswelt geboten.«
Universum Magazin

»100 soziologisch durchaus aufschlussreiche Berichte aus deutschen, österreichischen und schweizerischen Betrieben«.
Ö1 - Leporello

»… keine Robin Hood-Geschichten sondern Protokolle von kleinen Unrechten, mit denen sich Menschen gegen ein tatsächliches oder vermeintliches Größeres zu wehren versuchen. Die Sympathie bleibt fast immer bei den kleinen SaboteurInnen.«
planet

»ungesicherte Subversion und gesicherter Eigennutz paaren sich hier auf das Niederträchtigste gegen ›das System‹.«
fm4

»Was die Geschichten verbindet ist der Irrsinn, welcher die Arbeitsgesellschaft schon seit längerer Zeit heimsucht und in Zukunft wohl noch verstärkt ausgeprägt sein wird.«
Sandammeer – Die virtuelle Literaturzeitschrift

Videomitschnitte der Lesung

Nekrophilie

Klopapier