Am 1. Jänner 1959 flieht der kubanische Diktator Batista aus dem Land, und die Kubanische Revolution hat gesiegt. Aus Anlass dieses historischen Ereignisses zeigen wir den Film "Soy Cuba" aus dem Jahr 1964. Eine Hymne des sowjetischen Regisseurs Mikhail Kalatozov an die sozialistische Revolution auf Kuba. Aber nicht nur das: Mit "La Dignidad de los Nadies" und " La Estrategia del Caracol" stehen noch zwei weitere Kultfilme des Lateinamerikanischen Kinos am Programm.
KPÖ-Bildungszentrum, Lagergasse 98a, 8020 Graz
Freier Eintritt!
18:00 „Soy Cuba“ - Ich bin Kuba
Kuba 1964, OmU, 141 Min.
Am 1. Jänner 1959 flieht der kubanische Diktator Batista aus dem Land, und die Kubanische Revolution hat gesiegt. Aus diesem Anlass zeigen wir den Film „Soy Cuba“ aus dem Jahr 1964.
In vier Episoden sang der legendäre russische Regisseur Mikhail Kalatozov, der mit «Wenn die Kraniche ziehen» Filmgeschichte schrieb, 1964 eine Hymne auf die kubanische Revolution. Während in den ersten beiden Episoden die soziale Ungerechtigkeit und die Schlechtigkeit der dafür verantwortlichen Yankees angeprangert werden, feiern die andern beiden Teile den Heroismus und die Opferbereitschaft der Revolutionäre. Ästhetisch steht der Film ganz in der Tradition des grossen sowjetischen Revolutionskinos eines Eisenstein oder Pudowkin.
Der sowjetrussische Regisseur Mikhail Kalatozov arbeitete mit einer äusserst kreativen Kamera im fernen Kuba. Er spricht zu den Zuschauenden, erzählt von seinem Zucker, seinen Menschen, seiner Geschichte und von Havanna, das bereits vor 1959 eine moderne Grossstadt war.
Besoffene US-Marines grölen «USA - the most glorious country in the world» und belästigen eine junge Frau. Ein junger Kubaner kommt ihr selbstlos zur Hilfe. Studenten dementieren die Falschmeldung, Fidel Castro sei gefallen. Und auch der einfache Bauer hat begriffen, um was es geht und dass die Barbudos um Fidel und Ché um eine gerechte Sache kämpfen. Er schliesst sich den Rebellen an und sagt zu jenem, den er verköstigte, «jetzt brauche ich ein Gewehr!» Sie stossen auf Radio Rebelde, dem Sender der Revolutionäre in der Sierra Maestra im Osten Kubas, der die Ziele der Revolution erläutert: volle Unabhängigkeit von den USA und Souveränität des Landes. «¡Libertad o muerte!». Der Rest ist Geschichte. Der legendäre Klassiker entstand 1964, also nach der gescheiterten Invasion von US-Exilkubanern in der Schweinebucht, als Kuba sich erst für den sozialistischen Weg entschieden hat. Die restaurierte Kopie lässt den filmhistorischen Meilenstein in altem Glanz erstrahlen und die heissen Rhythmen der damaligen Zeit. Eine Trouvaille!
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20:30 "La Dignidad de los nadies" - Die Würde der Niemande
Argentinien 2005, OmU, 112 Min.
Angesichts der aktuellen Krise lohnt es sich mit der jüngeren Geschichte Argentiniens auseinander zu setzen. Im Dezember 2001 verschärfte sich die Krise, und Hunderttausende gehen mit dem Spruch „Que se vayan todos!“ („Alle sollen abhauen!“) auf die Straße. Mehrere Präsidenten müssen dem Druck der Straße weichen. Das Vetrauen in die politische Klasse des Landes ist erschüttert, und mensch beginnt sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
Nachdem sich der argentinische Altmeister Fernando Solanas in MEMORIA DEL SAQUEO mit den neoliberalen Strukturen auseinandergesetzt hat, die in seiner Heimat die Wirtschaft ausverkauft und zerstört haben, widmet er sich in seinem neusten Dokument den betroffenen Menschen und zeigt Formen des Widerstands: Arbeiter öffnen geschlossene Firmen, Bauern verhindern Zwangsversteigerungen, Arbeitslose setzen die Regierung unter Druck. Ein starkes, ein bewegendes Stück Kino, das voll ins Leben eintaucht, dort, wo die Kameras sonst kaum hinkommen.
Der argentinische Filmemacher und politisch aktive Zeitgenosse Fernando Solanas hat sich von Beginn seiner Karriere an als engagierter Künstler bewiesen: Sein dokumentarisches Mammutwerk LA HORA DE LOS HORNOS (1968) zählt noch heute zu den Schlüsselmomenten der lateinamerikanischen Filmgeschichte.
Nach diversen erfolgreichen Spielfilmen (EL VIAJE, SUR hat Fernando Solanas in den vergangenen Jahren angesichts des wirtschaftlich-politischen Dramas, das sich vor seiner Haustür abspielte, wieder zum Mittel der Dokumentation gegriffen. Und weil es die digitale Technik mittlerweilen erlaubt, ist er gleich selber mit einer Kamera losgezogen und hat gefilmt, was sich da abspielte, hat anschauliches Material zusammengetragen und thematisch montiert.
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22:30 "La estrategia del caracol" - Die Strategie der Schnecke
Kolumbien 1994, OmU, 107 Min.
Ein altes Mietshaus in einem Vorort der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Der Besitzer, ein aufgeblasener Emporkömmling, will das Haus «entmieten», die Bewohner auf die Strasse setzen. Doch hier leben schon seit Jahren Menschen zusammen, die sich trotz der drangvollen Enge in diesem Haus heimisch fühlen: Don Jacinto, der alte Anarchist; Romero, der Anwalt, der keine Zulassung hat, doch die Gesetzestricks kennt; ein junger Revolutionär, der sich gern auf die Massen stürzt; ein Pater, der im Diesseits Befriedigung sucht; Gabriel, der sich als Gabriela verkauft; eine Alte, die mit einem Scheintoten lebt und der ein Wunder geschieht. Sie alle haben keine Chance, aber sie nutzen sie. Denn der Anarchist Jacinto entwickelt einen schlitzohrig-genialen Plan, wie man die noch verbleibende Zeit bis zum angedrohten Rauswurf nutzen kann: Die Strategie der Schnecke.
«Die Strategie der Schnecke avancierte im spanischsprachigen Bereich zum absoluten Publikumshit und überholte im ersten Monat nach der Uraufführung in Kolumbien Spielbergs «Jurassic Park» in der Zuschauergunst. In Madrid avancierte er monatelang zum Kultfilm in ausverkauften Kinos.»