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Bildungsverein der KPÖ Steiermark
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Widerstand, der sich gelohnt hat

11.Juni, 19 Uhr: Filmpräsentation und Diskussion mit Rudolf Haunschmid


Rudolf Haunschmid (rechts im Bild)
Rudolf Haunschmid war Widerstandskämpfer, langjähriger Gewerkschafter und Gemeinderat der KPÖ in Linz.   Der Kommunistische StudentInnenverband Graz zeigt gemeinsam mit dem Bildungsverein der KPÖ Steiermark den Film "Widerstand, der sich gelohnt hat". Dieser hat sein Leben und seine Tätigkeit im Widerstand zum Inhalt. Anschließend steht Rudolf Haunschmid für die Diskussion zur Verfügung.
 
Mittwoch, 11. Juni 2008, Beginn 19 Uhr
 Hörsaal C (06.03, Universität Graz, Vorklinik)



Rudolf Haunschmid wurde am 27. Mai 1922 als drittes Kind von Zäzilie und Johann Haunschmid (Schmied bei der Bundesbahn) in Linz-Urfahr geboren. Nach Beendigung der Volks- und Hauptschule begann er am 15. Juni 1936 eine Spenglerlehre bei der Firma Richard Weixelbaumer, legte am 15. Juni 1939 die Gesellenprüfung ab und war dort bis 17. Juni 1941 beschäftigt, wobei er zeitweise am Welser Flugzeugwerk und in den Stickstoffwerken zum Einsatz kam.

Er bildete mit drei weiteren Kollegen eine Widerstandszelle in den Linzer Stickstoffwerken und verteilte Flugblätter gegen den Krieg und die Verbrechen des Naziregimes. Die Flugblätter wurden über einen toten Briefkasten bezogen und stammten aller Wahrscheinlichkeit nach vom illegalen Kommunistischen Jugendverband KJV.

Es gelang der Widerstandszelle drei französischen Kriegsgefangenen die Flucht nach Paris zu ermöglichen. Am nächsten Tag wurde Haunschmid und seine Mitstreiter von der GESTAPO verhaftet

Vom 17. Juni 1941 bis April 1943 war er wegen seiner Unterstützung bei Ausbruchsversuchen von französischen Kriegsgefangenen und wegen Wehrkraftzersetzung politischer Verfolgung durch das Naziregime ausgesetzt und wurde nach einem Urteil des NS-"Volksgerichtshofes" zu einem Jahr Kerker in Dieburg (Deutschland) verurteilt und am 22. Oktober 1942 zum berüchtigten "Strafbataillon 999" eingezogen, worauf er in Afrika zum Einsatz kam.

Am 23. April 1943 geriet er dort in französische Kriegsgefangenschaft. Ab November 1943 war er als Soldat der französischen Armee erneut im Kampf gegen das Hitlerregime tätig.

Nach seiner Rückkehr im Jahre 1945 trat Haunschmid in den Dienst der Bundesbahn, wo er bis zur Pensionierung im Jahre 1974 den Dienstgrad eines Adjunkts erreichte. Seit 1945 Gewerkschaftsmitglied wurde Haunschmid 1947 durch das Vertrauen seiner Kollegen zum Vertrauensmann gewählt und blieb in dieser Funktion bis zu seiner Pensionierung. Von 1945 bis 1974 war er Vertreter der Arbeitnehmerkurie in der Versicherungsanstalt der Eisenbahner.

Von 1965 bis April 1974 war er für die Fraktion der Gewerkschaftlichen Einheit Mitglied des Personalausschusses der ÖBB für den Direktionsbereich Linz und gehörte von 1968 bis 1974 auch der Zentralleitung der Gewerkschaft der Eisenbahner an. Haunschmid - für seine direkte Art und seinen konsequenten Einsatz für die Interessen der Eisenbahner bekannt - war auch an zahlreichen Protest- und Kampfaktionen der Eisenbahner, vor allem in der Linzer ÖBB-Hauptwerkstätte, beteiligt, etwa einem Marsch zur Linzer Arbeiterkammer im Jahre 1972. Von 1948 bis 1960 war er auch Obmann der Fußballsektion des ESV-Westbahn.

Rudolf Haunschmid war von 1945 - 2005 Mitglied der KPÖ. Vom 4. Dezember 1961 bis 9. Dezember 1963 vertrat er, gemeinsam mit dem damaligen Landesobmann Franz Haider, die KPÖ im Linzer Gemeinderat.

Seit 1947 Mitglied des KZ-Verbands, übte er zahlreiche Funktionen im Verband aus, so etwa als Sekretär, Kassier bzw. Landesvorsitzender des KZ-Verbandes Oberösterreich. Er vertritt den KZ-Verband/VdA OÖ im Opferbeirat und setzt sich mit aller Kraft für die Interessen der WiderstandskämpferInnen und Opfer des Faschismus und deren Hinterbliebene ein.

Landeshauptmann Pühringer überreichte in einem feierlichen Akt am Dienstag, 13. November 2007 für seine Verdienste Rudolf Haunschmid das „Goldene Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich“.