Fast 20 Personen folgten der Einladung von KSV und KJÖ am 20. Juli um 16.30 Uhr im Karl Drews Klub den Erzählungen des ehemaligen Landesobmann, ehemaligen Mitglied des Zentralkomitees (ZK) und Politbüros, Willi Gaisch. Über zwei Stunden faszinierte Willi die zahlreichen jugendlichen Zuhörer mit den Erlebnissen aus seinem bewegten Leben.
Willi Gaisch beim Vortrag am 20. 7. 2007
Am 3. Juli 2007 feierte einer der Großen der kommunistischen Bewegung
in der Steiermark und in Österreich seinen 85. Geburtstag - Willi
Gaisch. Seit beinahe 70 Jahren gehört er der KPÖ an und er hat ihre
Politik an zahlreichen Positionen, z. B. als Landesobmann, als
Mitglied des Zentralkomitees (ZK) bzw. des Politbüros, jahrelang
entscheidend mitgeprägt.
Willi stammt aus einer
Arbeiterfamilie und erlernte das Tischlerhandwerk. Nach dem Bankrott der Sozialdemokratie im Februar 1934 trat er 1936 dem Kommunistischen Jugendverband bei und im Jahr 1938 - im Jahr der
Annexion Österreichs - der KPÖ. Zweimalige Verhaftung und Verfolgung
durch die GESTAPO hielten Willi nicht ab, am antifaschistischen
Widerstand teilzunehmen und für ein selbständiges, freies und
demokratisches Österreich einzutreten.
Nach 1945 arbeitete er als Redakteur der Tageszeitung ?Wahrheit?, als
Bezirkssekretär in Graz, als steirischer Landessekretär und von 1979
bis 1991 als Landesobmann der KPÖ-Steiermark. Zwischen 1961 und 1991
war er Mitglied des Zentralkomitees. Dem Politbüro gehörte er in den
Jahren 1987 bis 1990 an.
Zweimal war er in den Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts
Spitzenkandidat bei Landtagswahlen.
Auch nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Staaten in Osteuropa bliebt Willi Kommunist. Er arbeitete dann mit, dass die steirische KPÖ als selbständige, revolutionäre,
bündnisfähige und marxistische Partei die Lehren aus der
gesellschaftlichen Entwicklung zog und so zu einem Widerpart zur
entfesselten Macht des Kapitalismus werden konnte. Die Erfolge bei
der Landtagswahl 2005 und bei der Grazer Gemeinderatswahl sind eine
Bestätigung seiner Haltung.
Willi Gaisch ist in seinem langen politischen Leben aber nie nur kein Mann der
Theorie gewesen, gerade die praktische Arbeit vor Ort war ihm stets ein großes Anliegen: Sei es am Infostand oder bei der Herstellung von Orts- und
Betriebszeitungen. Die Freundinnen und Freunde bei Kinderland haben ihn
als Förderer der Organisation und als Ermöglicher des Feriendorfes in
Erinnerung.